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Lebenslangen Lernen ist keine Frage des Alters: Katrin N. zeigt, dass Teilqualifizierung neue Türen öffnen kann

Als feststand, dass der Continental Standort in Gifhorn schließen wird, begann für viele Beschäftigte eine Phase der Unsicherheit. Für Katrin N. war dies zugleich ein Wendepunkt. Nach 32 Jahren Betriebszugehörigkeit stand sie vor einer entscheidenden Frage: Wie geht es beruflich weiter?

Katrin (57) arbeitete über drei Jahrzehnte ohne abgeschlossene Berufsausbildung in der Produktion am Continental‑Standort Gifhorn. Doch mit der angekündigten Werksschließung änderten sich die Voraussetzungen grundlegend. „Mir war klar: Ohne Berufsabschluss würde ich es auf dem externen Arbeitsmarkt sehr schwer haben“, erinnert sie sich. 

Im Zuge der Transfermaßnahmen stellte sich das C1TT am Standort vor. Das Modell der Teilqualifizierung zur Industrieelektrikerin für Betriebstechnik überzeugte Katrin schnell. Nach der Beratung entschied sie sich bewusst für die Teilnahme. Zu diesem Zeitpunkt war sie 54 Jahre alt und entschlossen, noch einmal neu zu starten.

Die Qualifizierungsphase begann Ende 2024. Leicht war der Weg nicht immer: Neues lernen, Prüfungen, Theorie und Praxis. „Es gab Tage, da war es schon schwierig“, gibt Katrin offen zu. Gleichzeitig betont sie aber auch: „Es hat mir auch viel Spaß gemacht.“ Besonders die Unterstützung durch ihren C1TT Trainer Levent hebt sie hervor. „Er war immer ansprechbar und hat uns motiviert.“

Auch die Klasse spielte eine wichtige Rolle. Katrin war die einzige Frau in der Gruppe, fühlte sich aber von Anfang an gut aufgenommen. „Das war eine tolle Truppe. Wir haben uns gegenseitig unterstützt und zusammengehalten.“ Gerade dieser Zusammenhalt half, auch herausfordernde Phasen zu meistern.

Parallel zur Qualifizierung zeichnete sich eine konkrete berufliche Perspektive ab: Stiebel Eltron übernahm Teile des Werks in Gifhorn. Für Katrin stand schnell fest, dass sie dort arbeiten möchte. Die Verbundenheit zum Standort und der positive Eindruck, den das Unternehmen bei seiner Vorstellung hinterließ, waren ausschlaggebend: „Stiebel Eltron war mir direkt sympathisch und ich wollte unbedingt am Standort bleiben.“ Perspektivisch wird Katrin dort eine Tätigkeit als Elektrikprüferin übernehmen. Ihr ist klar: Ohne die Qualifizierung hätte sie diese Chance nicht gehabt.

Ihre eigene Überzeugung gab sie weiter. Katrin versuchte aktiv, auch Kolleginnen und Kollegen für die Teilnahme an der Qualifizierung zu motivieren. „Ich wollte anderen zeigen, dass es sich lohnt, auch wenn man schon lange aus der Schule raus ist.“, erzählt sie.

Heute blickt sie mit Stolz auf ihren Weg. Besonders die positiven Reaktionen aus ihrem privaten Umfeld bedeuten ihr viel.

Die Geschichte von Katrin zeigt eindrucksvoll, dass lebenslanges Lernen keine Frage des Alters ist und dass Teilqualifizierung neue Türen öffnen kann, gerade in Zeiten des Wandels. Mit Mut, Durchhaltevermögen und der richtigen Unterstützung ist es möglich, sich auch nach vielen Jahren im selben Unternehmen erfolgreich neu aufzustellen.